Bauchdeckenstraffung
Was ist eine Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)?
Die Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) ist ein ästhetisch-chirurgischer Eingriff, bei dem überschüssige, erschlaffte Haut und Fettgewebe im Bauchbereich entfernt und erschlaffte, auseinandergewichene Bauchmuskeln gestrafft werden. Die durch Gewichtsschwankungen, Schwangerschaft oder andere Ursachen erweiterte Bauchwand wird verengt, um einen flacheren und strafferen Bauch zu erzielen. Der Eingriff wird häufig zusammen mit einer Fettabsaugung geplant und ist eine wichtige Methode der Körperformung.
Für wen ist sie geeignet?
- Menschen mit Erschlaffung und Hautüberschuss am Bauch nach Gewichtsschwankungen
- Frauen mit erschlaffter, unschöner Bauchhaut nach einer Schwangerschaft
- Menschen mit einer Rektusdiastase (Auseinanderweichen der Bauchmuskeln)
- Menschen mit einem Bauchwandbruch, dessen Versorgung im selben Eingriff sinnvoll ist
Es gibt keine einheitliche Definition des „idealen Kandidaten“; die Eignung wird nach der Untersuchung individuell beurteilt. Für einen reibungslosen Verlauf sind jedoch einige Kriterien wichtig:
- Ein seit mindestens 3 Monaten stabiles Gewicht
- Ein Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder weniger
- Seit mindestens 3 Wochen nicht geraucht
- Gut eingestellte chronische Erkrankungen, falls vorhanden
Wie wird die Operation durchgeführt?
Die Bauchdeckenstraffung erfolgt in Vollnarkose und dauert je nach Ausgangssituation 2 bis 5 Stunden.
- Schnitt: Der Eingriff beginnt mit einem Schnitt unterhalb der Wäschelinie, ähnlich einem Kaiserschnitt, der im Slip verborgen bleibt.
- Bauchnabel: Soll die Position des Bauchnabels verändert werden, erfolgt ein zweiter Schnitt um den Nabel.
- Straffung der Muskulatur: Die erschlafften und auseinandergewichenen Bauchmuskeln werden gestrafft; ein Bruch oder eine Rektusdiastase wird ebenfalls behoben.
- Entfernung von überschüssigem Gewebe: Die überschüssige, erschlaffte Bauchhaut wird zusammen mit dem Fettgewebe entfernt.
- Wundverschluss: Der Schnitt wird mit versteckten Nähten unter der Haut verschlossen und verbunden.
- Drainage: Eine Drainage wird eingelegt, damit sich keine Flüssigkeit unter der Haut ansammelt.
- Mieder: Unmittelbar nach der Operation wird noch im OP ein passendes Kompressionsmieder angelegt.
Nach der Operation ist in der Regel ein Krankenhausaufenthalt von 2 Tagen vorgesehen.
Heilungsverlauf
- Frühe Mobilisation: Frühes Aufstehen wird empfohlen; je früher Patientinnen und Patienten aufstehen, desto schneller erholen sie sich.
- Drainage: Die Drainagen werden 24 Stunden nach der Operation entfernt.
- Duschen und Baden: 72 Stunden nach der Operation ist Duschen und Baden möglich.
- Kontrolle: Nach 7–10 Tagen erfolgen Kontrolle und Wunduntersuchung.
- Mieder: Das für die Heilung wichtige Mieder wird etwa 6 Wochen getragen.
- Rückkehr zur Arbeit: In der Regel reichen 2 Wochen Arbeitspause aus.
- Sport: Leichtes Training ist ab der 4. Woche, intensives Training ab dem 2. Monat möglich.
- Schwellungen und Blutergüsse: Akute Blutergüsse und Schwellungen klingen bis zur 2. Woche ab. Wurde zusätzlich eine Fettabsaugung durchgeführt, kann es bis zu 3 Monate dauern, bis die Schwellung vollständig zurückgegangen ist und der Bereich seine endgültige Form erreicht.
Ergebnis und Dauerhaftigkeit
Durch die Entfernung überschüssiger Haut und Fettgewebe sowie die Straffung der Bauchmuskulatur wird ein flacherer und straffer Bauch erreicht. Das endgültige Ergebnis zeigt sich nach dem 3. Monat; dieser Zeitraum kann sich manchmal auf bis zu ein Jahr verlängern. Die Ergebnisse können von Person zu Person unterschiedlich sein.
Das Ergebnis ist dauerhaft; starke Gewichtsschwankungen oder eine erneute Schwangerschaft nach der Operation können jedoch Veränderungen am Körper verursachen und das Ergebnis beeinflussen.
Die Narbe reift in der Regel bis zum Ende des ersten Jahres aus. Für eine kontrollierte Narbenheilung werden etwa 2 Monate lang Narbencremes, Gele und Silikonpflaster empfohlen.
Risiken
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Bauchdeckenstraffung Risiken. Diese werden bei der Untersuchung unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands ausführlich besprochen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Bauchdeckenstraffung?
Die Operation in Vollnarkose dauert je nach Ausgangssituation 2 bis 5 Stunden.
Wie viele Tage bleibe ich im Krankenhaus?
In der Regel ist ein Aufenthalt von 2 Tagen vorgesehen.
Wo liegt die Narbe?
Der Schnitt erfolgt unterhalb der Wäschelinie, ähnlich einem Kaiserschnitt, sodass er im Slip verborgen bleibt. Wird der Bauchnabel versetzt, gibt es zusätzlich einen Schnitt um den Nabel. Die Narbe reift meist bis zum Ende des ersten Jahres aus.
Wann kann ich wieder arbeiten?
In der Regel reichen 2 Wochen Arbeitspause aus.
Wie lange muss das Mieder getragen werden?
Das Mieder wird im OP angelegt und etwa 6 Wochen getragen.
Wann darf ich wieder Sport treiben?
Leichtes Training ist ab der 4. Woche, intensives Training ab dem 2. Monat möglich.
Wann ist das Ergebnis sichtbar, und ist es dauerhaft?
Das endgültige Ergebnis zeigt sich nach dem 3. Monat, manchmal erst nach bis zu einem Jahr. Es ist dauerhaft; spätere starke Gewichtsschwankungen oder eine erneute Schwangerschaft können es jedoch beeinflussen.
Können Bauchdeckenstraffung und Fettabsaugung kombiniert werden?
Ja. Die Bauchdeckenstraffung wird häufig zusammen mit einer Fettabsaugung durchgeführt. In diesem Fall kann es bis zu 3 Monate dauern, bis die Schwellung vollständig zurückgegangen ist.
Dieser Inhalt wurde von Op. Dr. Mert Seçer erstellt.
Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026

